In der laufenden Champions-League spielten anfangs vier spanische und drei deutsche Teams. Insgesamt kam es dabei zu 4×2 Begegnungen, wobei es aus deutscher Sicht einen Sieg (Bremen-Madrid), ein Unentschieden (Valencia-Schalke) und sechs Niederlagen gab. Olé! Hier in Spanien, wo Fußball noch wichtiger ist als in Deutschland, erntet man als Velierer stets Häme und Gelächter. Schön ist das nicht.

Zum Glück gibt es da noch die Bayern (so etwas sage ich nur bei internationaler Betrachtungsweise),
mit denen der vergangene Donnerstag zur Genugtuung wurde. Beim Hinspiel eine Woche zuvor musste ich mir zunächst noch was anhören, als Getafe, der Gegner, in den Schlussminuten noch den Ausgleich in der Allianz-Arena markierte und auch am vergangenen Donnerstag bahnte sich ein Deja-Vu an.

Ich sah die Partie mit Christin, die mich für zwei tolle Wochen besucht hatte. Wir waren allein; jedoch unter uns: eine Spanier-WG, die uns beim 1:0 für Getafe indirekt, aber lautstark mitteilte, dass sie auch Fußball schaute. Mist! Nicht schon wieder: Rückstand gegen die Spanier und ich in Spanien. Beim Ausgleich in den Schlussminuten durch Ribery , den ich kaum glauben konnte, weil
die Kommentatoren (ja, es sind 2 und die labern a) zu viel und b) Müll – das sagen auch Spanier) im Gegensatz zu spanischen Toren bei deutschen Toren einfach die Klappe halten,
wollte ich einem Freund eine SMS schreiben mit den Zeilen: „Sieh hin, wie Bayern jetzt die Spanier platt machen wird!“ Außerdem gab ich mir Mühe, dass uns die Untermieter beim Tor gut hören können.

Ca. 10 Minuten später war ich heilfroh, dass ich keine SMS geschrieben habe. 1:3 gegen Bayern. 2x Lärm von unten. Christin wollte ausschalten. Ich sagte: Noch ein paar Minuten!
Geglaubt hat es niemand mehr. Der Trainer von Getafe (Michael Laudrup), dem Team, dass vor 5 Jahren noch in Liga 2 gespielt hat, war am Lachen,
das Stadion am Feiern. Und plötzlich nur noch 3:2. Ruhe. Die Kommentatoren am Schweigen. Es blieben noch fünf Minuten.
Tja und als dann das 3:3 in Minute 119 fiel war es einfach nur noch eine Gennugtuung.
Christin lachte laut! Richtig so! Das muss jetzt sein! Von unten kam nix mehr.

Natürlich kann man den spanischen Fußballmarkt nicht ohne Weiteres mit dem deutschen vergleichen. Hier kann/muss sich jeder selbst vermarkten. Die spanischen Top-Teams verfügen dadurch über viel mehr Geld als die deutschen, allerdings interessiert das hier den Fuchs.

Freitag hieß es in den spanischen Zeitungen „Albtraum Toni“ oder „Die Schmach des Jahrzehnts!“
Letzterer Titel hängt jetzt an meiner Zimmer-Tür, von außen versteht sich. Nur gut, dass das das letzte deutsch-spanische Aufeinandertreffen war. Zumindest auf Vereinsebene: Die EM steht an…