Das ist sie: unsere Route. Nachdem wir die Straße von Gibraltar überquert hatten
starteten wir unsere Reise in der nördlichsten marokkanischen Stadt, wo wir (Nina (F) und Katharina (Aut) und ich; ab Sonntag: +4 tolle Spanier) die ersten zwei Nächte verbrachten.
Zunächst entdeckten wir also Tanger zu dritt. Und auch wenn es noch ziemlich europäisch geprägt ist durch seine Nähe, war es doch schon eine andere Welt für mich. Die Leute waren ziemlich belastend. Beim Verlassen der Fähre auf dem Weg in die Stadt musste man erstmal an einem halben Duzend Araber vorbei, die einen mit „Taxi?“ oder „Taxi?“ oder „Hotel?“ belasteten. Und in der Stadt im Zentrum (Medina) waren an jeder Ecke zumeist Kinder die uns den Weg zeigen wollten, in ihr Haus einluden oder nur um Geld bettelten und schlicht und einfach nicht von deiner Seite wichen. Die waren alle sehr gut trainiert und spezialisiert auf Touristen – ihre beste Geldquelle. Für die Nacht riet der Reiseführer davon ab, das Stadtzentrum zu besuchen.
Ich war von vornherein skeptisch mit jedem, und sah in fast nichts und niemandem einen schlicht höflichen Akt der Kommunikation, sondern stets das negative und das es alle auf mein Geld abgesehen haben, sei es auf legalem oder illegalem Wege. Deswegen: Abstand! Zugegeben eine etwas krasse Einstellung, aber so bin ich halt.
Im ersten Hotel angekommen wurde uns ein Zimmer für umgerechnet 5 Euro/Person angeboten. Eine warme Dusche kostete dann nochmal 1 Euro. Und die Toiletten waren einerseits zwar ziemlich dreckig, aber dafür „westlich„, zumindest im ersten Stock.
Insgesamt war das Leben dort vergleichsweise billig. Auch ein gutes (Abend-)Essen in einem durchschnittlichen Restaurant kann man für 5 Euro haben. Dafür gibt es keine Supermärkte. Zumindest hab ich keinen gesehen. Aber dafür viele kleine Lebensmittel, die zwar nicht sauber erscheinen, aber man doch das nötigste einkaufen kann.
Am Sonntag holten wir dann unsere spanischen Freunde am Hafen ab und erstaunlicherweise hatte ich schon sowas wie ein Überlegenheitsgefühl durch Erfahrung ihnen gegenüber, auch wenn ich nur 20 Stunden länger als sie in Afrika war. Und da wir schon am nächsten morgen weiterfahren wollten, nach Rabat, erkundeten wir für ein paar Stunden nochmals andere Teile der Stadt, schliefen erneut im Hotel von gestern, um dann früh das Taxi zum Bahnhof zu nehmen und uns auf eine ca. 4 Stunden-Fahrt nach Süden, zur Hauptstadt Rabat aufmachten. Zugpreis: 9 Euro pro Person.
Die Fahrt ins Landesinnere (auch wenn Rabat ebenfalls an der Küste liegt versteht ihr mich hoffentlich) eröffnete dann schon ein ganz anderes Bild von Marokko. Auch traf ich in einem Reiseführer auf den Satz, dass die zivile Sicherheit von Marokko sehr hoch ist. Das beruhigte mich und öffnete theoretisch auch neue Möglichkeiten.
