Nach Tanger waren die Leute dann nicht mehr so belastend, sondern man wurde eher in Ruhe gelassen. In Rabat selbst haben wir nur kurz Halt gemacht um ein bisschen etwas von der Hauptstadt an sich, das Mausoleum und um blaue Wände zu sehen. Nach ein paar Stündchen ging es dann schon weiter nach Casablanca. Tja, und was mir davon in Erinnerung blieb, sind Kinder, die den Touris (uns) in den Arsch treten wollen, eine verboten große Moschee, prunkvoll außen und innen, fertiggestellt im Jahr 1997, die vom Geld der Bürger gebaut wurde, ein bisschen Großstadtfeeling und dass ich kurzzeitig ziemlich allein in Casablanca war, weil ich Hunger hatte, Essen kaufen ging und dann den Zug um zwei Minuten verpasste, den allen anderen genommen hatten. Mein erster Gedanke: Scheiße! Mein zweiter Gedanke: Was für ein Kompliment! Die denken, dass ich es auch allein nach Marrakech schaffen kann. So hab ich mich erstmal am Bahnhof hingesetzt und gegessen (hatte ja Essen für 4 Personen). Danach hab ich mich zum Busbahnhof aufgemacht, um von diesem aus nach Marrakech zu fahren (um Zeit zu sparen). Dort tauchten plötzlich Nina und Patricia auf – überglücklich mich gefunden zu haben. Ich hab mich auch sehr gefreut, obwohl ich eigentlich nicht wollte, dass sie wegen mir Geld verlieren (Tickets usw.).
Alles weitere verlief reibungslos und wir trafen auf den Rest der Gruppe im Hostal in Marrakech (für ca. 6 Euro mit Frühstück! und sehr sauber), in welchem wir die nächsten zwei Nächte verbringen sollten.
Auf der Busfahrt konnte ich schon gut sehen, dass wir uns nun in ein anderes Marokko begeben. So rot wie die Erde war dann auch die Stadt.
Eine Touristenstadt. Natürlich! Es gibt hunderte kleiner Läden mit Schuhen, Lampen, Taschen, in denen gefeilscht und gehandelt wird bis zum Abwinken (wobei die Händler sprachlich viel drauf haben, um mehr Touris zu „fangen“; „Kucken ist gratis!“ bekam ich einmal als Antwort als ich sagte ich sei Deutscher) und einen riesigen Marktplatz, voll von Menschen, Menschentrauben, vielen kleinen Open-Air Restaurants und mindestens genausovielen O-Saft-Ständen.
Am nächsten Tag wollten wir zu den Wasserfällen im Atlas (dem Gebirge…). Am Busbahnhof angekommen kam gleich der Erste an, der uns bequatschen wollte für ‘ne Tour. Son kleiner dicker mit nem Spanien-Trikot. Wir den gekonnt (mehr oder weniger) ignoriert, zum Ticketschalter um festzustellen, dass der Bus schon längst weg war. Mist! Schließlich kam zum kleinen Dicken noch ein etwas größerer Dicker dazu, die uns solange bequatscht haben, bis wir am Ende zugesagt haben. Es ging also in Richtung Berge, aber eben im Taxi. In einem Taxi! Zu 8! In diesem Auto. Platz hatte nur der Fahrer.
Am Ziel angekommen gab es weniger Wasserfälle, sondern vielmehr eine Klettertour, die wir aber alle überlebt haben, genauso wie die Taxifahrt. Einen europäischen Sicherheitsanspruch sollte man hier schnell über Bord werfen, bzw. hat man keine andere Wahl. Taxen haben zum Beispiel auch serienmäßig keine Gurte.
Unser dritter Tag in Marrakech war der Trennungstag. Die Spanier kehrten zurück Richtung Tanger (Zeitmangel) und wir 3 trafen den Entschluss Wüste.