Auch wenn in Deutschland der Aschermittwoch und somit Karneval oder Fasching schon vorbei war ging´s für mich am Samstag nach Cádiz zum Karneval. Der Preis: 23 Euro für 2x 5 Stunden Busfahrt (Start in Granada war Samstagmittag um 12 (real: um 1) und Rückfahrt Sonntagmorgen um 8 Uhr ab Cádiz). Ich in vermeintlich weiser Voraussicht ohne Portemonnaie sondern lediglich mit etwas Kleingeld losgezogen hatte dann einen besorgten Moment als die Guardia Civil uns an den Straßenrand gewunken. Die wollten tatsächlich einsteigen und alle bestrafen, die rauchen oder Alkohol trinken, was in diesem Fall locker die Hälfte der Mitfahrer gewesen wäre. Ich war aber nicht deswegen besorgt, sondern wegen der Ausweislosigkeit. Beschwichtigende Worte den Busfahrers („die sind derzeit ganz ruhig“) konnten die Polizei aber davon abhalten. Nette Geste, denn in Wirklichkeit stiegen jegliche Pegel (Lärm, Alkohol…) mit dem Verlauf der Fahrt.

Gegen 18 Uhr wurden dann alle sechs Busse in Cádiz ausgekippt. Blieben also 14 Stunden um Cádiz zu erleben bzw. beleben. Um es mit zwei Worten zu beschreiben, es war ein verkleidetes  Botellón. Das ließ sich selbst der Busfahrer von Bus Nr. 3 nicht nehmen und hat mitgefeiert. Am nächsten Morgen musste dann ein nüchterner aufgetrieben werden.

Eine erste Runde in Cádiz zum Essen und „Getränke“ kaufen (ich war noch nüchtern) ließ erahnen, worauf das ganze die Nacht über hinauslaufen wird. Gegen 21 Uhr versammelte man sich dann letztmalig bei den Bussen, die letzten verkleideten sich und es gab Sangria-Ausschank (= Versammlungsgrund).
Und bei allem niveaulosen Saufgelage und „Alkohol, Alkohol, Alkohol…“ Gesang darf man nicht die Verkleidungskreativität außer Acht lassen. Es gab wirklich alles, von der Astronautin, über den Hippie bis zum Gladiator. Javi (mein Mitbewohner) und ich wir begnügten uns mit dem Pfarrer/Pastor dasein.

Und so begab man sich gegen 23 Uhr gezeichnet vom Alkohl (bis dato noch in „positiver“ Hinsicht) auf den Weg in die Stadt, wobei stets der Weg das Ziel war, denn das Ziel war durchhalten. So kämpften wir uns durch die engen Gassen, vorbei an Wikingern, Zombies, Geistern um an der nächsten Ecke auf ein paar Hühner zu treffen, Small-Talk zu halten, Foto zu machen und weiterzugehen. Ich hoffe ihr seht mir nicht nach dass ich hier nicht mehr den ganzen Inhalt erzählen kann. Gegen 4 Uhr gab es dann die ersten größeren Auflösungserscheinungen. Teile der Gruppe gingen verloren, einige verabschiedeten sich in Richtung Bus (die aber bis auf einen alle geschlossen waren). Zum Strand haben wir es nicht mehr geschafft. Gegen 5 (ohne Gewähr) machten wir (wir waren noch zu dritt, von anfangs 10) uns dann auch auf den Rückweg. Die letzten 2,3 Stunden verbrachten wir dann in Bus 3, der (Alkohol sei Dank) als einziger die ganze Nacht offen stand.
Auf dem Weg zurück nach Granada wars dann sehr ruhig im Bus.

Was hab ich gelernt von dieser Reise? Nichts. Doch: Ich möchte es wieder machen, aber mit etwas ausgefallenerer Verkleidung.
In Cádiz ist übrigens der drittgrößte Karneval der Welt. Fragt mich aber bitte nicht, wo der zweitgrößte ist.
Das war also mein Wochenende. Geschlafen hab ich dann 14 Stunden am Stück und war danach gleich wieder erfolgreich im Park joggen: Nur 21m57s für 5 Runden. Sag euch nix…noch nix!

Seit gestern ist nun die Kati hier und wir werden dann die nächten 8 Tage Andalusien gemeinsam unsicher machen…